Player 1+ „a Gentle Rain“

Sonntag, 8. Februar 2026 | Brettspiele, Solo-Brettspiele

Spaceinvader
Spaceinvader

Player 1+ „a Gentle Rain“

Sonntag, 8. Februar 2026 | Brettspiele, Solo-Brettspiele

Mit „a Gentle Rain“ starte ich meine Artikel-Serie Player 1+, in der ich einen vielleicht etwas anderen Blick auf Solo-Brettspiele werfe. Ich stelle jene Aspekte in den Vordergrund, die mich persönlich bei der Suche nach einem neuen Spiel umtreiben und die häufig nur in Foren diskutiert werden. Ich stelle mir Fragen, wie:
Passt es auf meinen Tisch? Kann ich es auch nach einem anstrengenden Tag auf der Arbeit spielen? Brauche ich eine gute Beleuchtung? Wie hoch ist die Wiederspielbarkeit – und hab ich überhaupt Lust, es wieder zu spielen?
Ich gehe fest davon aus, dass sich die Reihe mit der Zeit (hoffentlich zum Besseren) weiterentwickeln wird, aber hier ist ist zumindest schon mal der Anfang – selbst wenn es der berühmte „erste Pancake“ ist. 😉
Denn wie heißt es so schön?
„Just make it exist first. You can make it good later.“

Das cozy game „a Gentle Rain“ verspricht eine wohltuende Pause für den Geist. Hierzu legt man Plättchen passend aneinander, um einen Teich voller blühender Blumen zu bilden..

 

Das Spiel

Es handelt sich bei „a Gentle Rain“ um ein (An-)Legespiel, insofern erinnert es an Dorfromantik oder Carcassonne – allerdings in einer Light-Light-Light-Version. Wir haben nur eine Art von „Landschaft“, nämlich den Teich mit seinen Blumen, sodass wir lediglich darauf achten müssen, dass die Blüten auf den vier Seiten zu den angrenzenden passen. Gelingt es uns, vier Plättchen passend zu einem Quadrat anzuordnen, dürfen wir einen Holzmarker, der eine der vervollständigten Blumen zeigt, in die Mitte des „Teichquadranten“ legen.

Die Plättchen fühlen sich leicht „samtig“/beschichtet an und irgendwie habe ich das Gefühl, dass man vielleicht mit fettigen Snacks beim Spielen vorsichtig sein sollte, wenn man keine Fingerabdrücke auf ihnen hinterlassen möchte.

Die Schachtel ist so perfekt auf ihren Inhalt angepasst, dass es schon eine Freude für sich ist, alles wieder einzusortieren.

Der Spielplatz

Es ist kaum verwunderlich, dass man zum Spielen einen stabilen, planen Untergrund braucht, der es erlaubt, sich in unterschiedliche Richtungen ausbreiten zu können. Dennoch ist unser Teich erstaunlich genügsam, was den Platzbedarf angeht. Selbst auf einem kleinen Tisch, wie meinem, kann man es sehr bequem spielen – keine Selbstverständlichkeit bei dieser Art von Spiel.

Allerdings empfehle ich, mit gutem Licht zu spielen! Einige der Blumen ähneln sich sehr, während wiederum die Holzsteine, die zur Markierung der erblühten Exemplare dienen, teilweise von der Darstellung auf den Plättchen abweichen. Bei schummrigen Licht ist mir die richtige Zuordnung in beiden Fällen schwer gefallen.

Die Einstiegshürde

Ich glaube, dass das die kürzeste und am schnellsten verständliche Spielanleitung ist, die mir je untergekommen ist. Und da das Spielmaterial nur aus den Teichplättchen und den Holzblüten besteht, fällt langes Vorbereiten weg. Die erste Runde konnte ich also im Grunde sofort anfangen – und auch weitere Runden werden nicht daran scheitern, dass ich viel aufbauen oder mich erstmal wieder in die Spielmechanik reindenken muss.

Die Anforderungen

„a Gentle Rain“ ist nahezu das perfekte Spiel, wenn man nach einem langen Tag gerade noch genug Energie hat, um sich an einen Tisch (oder auf den Boden) zu setzen, aber sonst nicht mehr viel denken möchte. Regeln, Spielablauf und Material sind überschaubar, dennoch ist das Spiel nicht komplett banal. Häufig genug ist es mir nicht gelungen, alle acht Blumen zum Blühen zu bringen.

Auch mit einem „Second Screen“ im Hintergrund funktioniert „a Gentle Rain“ natürlich gut. Es ist eine schöne Option, wenn man nach einem Tag am Rechner, noch etwas mit den Händen machen möchte, das aber keine größere Aufmerksamkeit mehr erfordert.

Die Motivation

Durch den Puzzle-Charakter und die zufällige Reihenfolge, in der man seine Teichplättchen zieht, ist die Wiederspielbarkeit von „a Gentle Rain“ natürlich sehr hoch. Die Frage ist hier also nicht, ob man es häufiger spielen kann, sondern ob man es will. Die spielerische Seite wird routinierte Spieler, die eine Herausforderung suchen, nicht lange bei der Stange halten. Aber darauf kommt es „a Gentle Rain“ auch gar nicht an. Es bezeichnet sich selbst als Wohlfühlspiel, das den Geist beruhigt – und das ist es. Und genau aus diesem Grund kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es gerne häufiger auf den Tisch kommt.

Schachtel des Spiels "A Gentle Rain"
Platzbedarf auf dem Tisch
Teichplättchen und Holzmarker

Fotos: Melanie Döring

Und? Mag ich‘s?

Kurze Antwort: Ja.
Ein kleines bisschen ausführlicher: Ich habe „a Gentle Rain“ in den letzten Wochen häufiger gespielt und mag aktuell sehr, dass es keine Einstiegshürden hat (außer, dass ich meine Couch verlassen muss). Mir fehlen dennoch manchmal Erfolgsmomente oder die Freude über einen „geschickten Move“, sodass es tatsächlich hauptsächlich ein Kandidat für die „müden“ Abende ist.

Weitere Infos

Grundlegende und weiterführende Infos gibt’s hier: