Player 1+ „Sherlock Solitaire“

Sonntag, 8. März 2026 | Brettspiele, Solo-Brettspiele

Spaceinvader
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Player 1+ „Sherlock Solitaire“

Sonntag, 8. März 2026 | Brettspiele, Solo-Brettspiele

„Sherlock Solitaire“ ist genau das, was der Titel verspricht – und dann auch wieder nicht.

Das Spiel

Wie der Name schon vermuten lässt, ist „Sherlock Solitaire“ eine Variante des klassischen „Solitaire“, das jeder, der mit einem Windows-Rechner aufgewachsen ist, kennt.
In der „Sherlock-Variante“ müssen pro Runde jeweils zwei Karten auf die „Büro“- und die „Tatortseite“ abgelegt werden. Im Büro werden die Karten in einer vordefinierten Folge untereinander gereiht, am Tatort einzeln abgelegt. Sobald man am Tatort ein Pärchen identischer Karten hat, wird entweder eine von Sherlocks (oder Watsons) Fähigkeiten ausgelöst oder eine Wunde zugefügt. Kann im Büro keine Karte regelkonform gelegt werden, gibt es ebenfalls eine Wunde für den Meisterdetektiv. Nach drei Wunden ist das Spiel verloren. Schafft man es jedoch vorher die Karten gemäß der Siegbedingung des Falls aufzureihen, gilt dieser als gelöst und das Spiel als gewonnen.

Die Karten fühlen sich wertig an und sind überaus stimmig designt. Allein schon das Austeilen und Ablegen sind eine Freude für sich.

Der Spielplatz

Trotz seiner „Solitaire“-Wurzeln braucht Sherlock erfreulich wenig Platz und kann sogar relativ bequem auf der Couch oder weicheren Untergründen gespielt werden.

Da die wesentlichen Informationen auf den Karten klar erkennbar sind, kann man bei diesem Spiel erfreulicherweise mal auf ein Flutlicht verzichten.

Die Einstiegshürde

Ich habe mir vor dem Spielen ein kurzes YouTube-Video mit der Regelerklärung angeschaut und die eigentliche Anleitung dann nur noch kurz überflogen/abgeglichen. Da die Regeln ziemlich einfach sind, konnte ich direkt losspielen und musste nur noch einmal die Anleitung für einen Sonderfall zu Rate ziehen.

Spielaufbau und Materialien sind dem Spieltypus gemäß absolut überschaubar, so dass „Sherlock Solitaire“ auch mal eben für eine schnelle Runde auf den Tisch (oder die Couch) kommen kann.

Die Anforderungen

Ebenso wie „A Gentle Rain“ ist auch „Sherlock Solitaire“ prädestiniert, um abends vor dem Fernseher oder zu einem Podcast gespielt zu werden. Es erfordert etwas mehr Nachdenken, fällt für mich aber dennoch in die Kategorie von „Entspannungsspielen“. Es ist halt in Herz und Substanz ein „Solitaire“, das ich in meinem Tempo spielen kann, ohne den Faden zu verlieren.

Die Motivation

Durch die Art des Spiels und den Zufallsfaktor beim Kartenziehen hat „Sherlock Solitaire“ definitiv das Potenzial zu einem Dauerbrenner für Zwischendurch. Der Game Loop macht Spaß, man kann als Sherlock oder Watson (mit jeweils unterschiedlichen Fähigkeiten) spielen und es gibt zwei Fälle mit jeweils drei Schwierigkeitsstufen. Das klingt überschaubar, aber bisher bin ich allein schon mit Sherlocks Intro-Fall auf der Standardschwierigkeit mehr als gut unterhalten.

Schachtel "Sherlock Solitaire"
Platzbedarf "Sherlock Solitaire"
Spielaufbau "Sherlock Solitaire"

Fotos: Melanie Döring

Und? Mag ich‘s?

„Sherlock Solitaire“ war das Spiel, dass mir das analoge Solo-Spielen nach langer Zeit wieder schmackhaft gemacht hat. Es hatte gerade am Anfang eine Sog-Wirkung, die ich lange nicht von einem Karten-/Brettspiel kannte.
Das „Sherlock“-Thema ist zwar sehr übergestülpt und für das eigentliche Spiel irrelevant, aber dafür überzeugt die neue Interpretation von „Solitaire“ umso mehr.

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